Archiv der Kategorie ‘Weinberater‘

Korkschmecker

Freitag, den 29. Juni 2007

„ Herr Ober, der Wein ist korkig. Ich hätte gerne eine neue Flasche.“
In Top-Restaurants kommt ein solcher Ausruf äußerst selten vor. Hier entkorkt ein Sommelier die Flasche und erkennt sofort eventuelle Fehltöne. In den meisten Restaurants jedoch und natürlich auch zu Hause, sollte (n) (Sie/wir) man selbst in der Lage sein, einen Korkschmecker zu erkennen. Und das ist wirklich sehr einfach.

Ein Korkschmecker ist ein Fehler im Wein, der den Geschmack des Weines mehr oder weniger stark beeinflusst; je nach Intensität des Fehlers. Woher der Fehler kommt ist unter Weinexperten noch immer strittig. Es gibt verschiedene Theorien und deren Anhänger.
Für den Einsteiger ist zunächst wichtig, den korkigen Geschmack identifizieren zu können. Um einen Geschmack – auch einen fehlerhaften – erschmecken zu können, muss man diesen erst einmal kennen. Die einfachste Methode ist natürlich einen korkigen Wein zu verkosten, ihn riechen und trinken. Der Korkschmecker ist so prägnant, dass er sehr einfach zu erschmecken und jederzeit wieder zu erkennen ist. Bei sehr schwachen Fehltönen jedoch ist es etwas schwieriger. Jetzt werden viele denken: „Na ja, wenn man ihn nicht schmeckt ist es ja auch egal.“ Leider stimmt das nicht. Es gibt leichte Korkschmecker, die eben kaum nach Kork schmecken, den Wein allerdings flach und stumpf machen.

Etwa 10 – 20 Prozent der Weine die wir kaufen, haben Korkfehler. Und das zieht sich leider durch alle Preisklassen. Auch wenn es sehr ärgerlich ist einen Wein mit Korkfehler zu kaufen, und möglicherweise viel Geld dafür bezahlt zu haben, juristisch gesehen hat der Käufer keinen Anspruch auf Ersatz. Viele Fachhändler sind jedoch dazu bereit.

Weine mit Korkfehler sollten auch nicht zum Kochen verwendet werden. Das Kork-„Aroma“ verstärkt sich beispielsweise in der Soße eher noch und macht sie muffig und fade. Korkige Weine gehören den Göttern des Abflusses geopfert.

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Gläser

Freitag, den 29. Juni 2007

Wenn es um die Frage geht, welches Glas zu welchem Wein, habe ich eine ganz persönliche Einstellung dazu:
Ich brauche ein großes Weinglas, und zwar für alle Weine die noch viel Luft brauchen (meistens Rotweine).
Ein kleineres Weinglas, für alle Weine die nicht mehr atmen müssen, sowie ein Schaumweinglas.
Tassen, Wassergläser, Plastikbecher oder Sektschalen taugen nicht zum Wein trinken. Auch wenn ich bei der Gläserauswahl etwas minimalistischer eingestellt bin als meine Kollegen, möchte ich schon darauf hinweisen, dass das „richtige“ Glas selbstverständlich Einfluss auf den Geschmack hat. Damit sich der Duft des Weines richtig entfalten kann, muss das Glas ein gewisses Volumen haben und eine Form, die sich nach oben verjüngt, aufweisen.

Es gibt heutzutage – man mag es kaum glauben – Weingläser aus unterschiedlichen Weinanbauregionen. Im direkten Vergleich wird man auch bei genauem riechen und schmecken tatsächlich Unterschiede feststellen. Wer so weit ist, dass dies für ihn zu einem wesentlichen Faktor wird, der gilt als Super-Profi und kann auf uns verzichten!


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Dekantieren

Freitag, den 29. Juni 2007

Unter Dekantieren versteht man das Umschütten eines Weines aus der Flasche in eine Karaffe.
Hierbei sollen mögliche Schwebstoffe, das so genannte Depot, vom Wein getrennt werden, indem man sie in der Flasche zurück lässt. Die meisten Weine der heutigen Zeit sind jedoch so gefiltert, dass sie kein Depot mehr bilden. Das ist bedauerlich, da auf diese Weise diverse Aromastoffe im Filter hängen bleiben.
Außerdem kommt der Wein beim Dekantieren großflächig mit Sauerstoff in Berührung, wodurch Gerbsäure abgebaut wird. Dieser Abbau von Gerbsäure findet zwar auch in der Flasche statt, aber viel langsamer. Gerbsäure, auch Tannine genannt, macht den Wein haltbar und lagerfähig. Im Laufe der Zeit wird die Gerbsäure durch den Einfluss von Sauerstoff abgebaut. Zu viel Gerbsäure ist, je nach individuellem Geschmack, unangenehm; sie erzeugt ein pelziges Gefühl auf der Zunge und überdeckt fruchtige Aromen. Ist die Gerbsäure komplett abgebaut, wird der Wein schlapp und langweilig. Es gibt also eine Phase im Leben eines Weines in der die Menge an Gerbsäure ideal ist. Meistens trinken wir die guten Weine zu früh und somit hilft es, sie in einer Karaffe zu belüften, um auf diese Weise ihre Alterung zu beschleunigen und die perfekte Trinkreife zu erlangen. Ist ein Wein schon an seinem Zenit, dann kann Belüften ihn kaputt machen. Es gibt keine allgemeine Regel die besagt, dass Rotwein immer in eine Karaffe sollte. Sehr junge Weine jedoch sollten belüftet werden. Ob ein Wein sehr jung ist erfahren wir entweder von unserem Weinhändler oder schmecken es an den noch zu intensiven Tanninen.

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Weinlagerung

Freitag, den 29. Juni 2007

Der Traum eines jeden Weinenthusiasten ist der perfekte Weinkeller. Dann könnte man Wein kaufen wenn er noch jung aber bezahlbar ist und ihn zur Trinkreife entwickeln lassen. Viele Spitzenweine sind überhaupt nur in ihrer Jugend zu bekommen. Außerdem ist es ein erhabenes Gefühl, wenn man Lust auf einen tollen Wein hat, in den eigenen Weinkeller gehen zu können, um eine Flasche für den Abend oder einen besonderen Anlass auszusuchen. Leider jedoch leben nur wenige Menschen in einem Chateau mit Gewölbekeller. Zum Glück braucht es nicht unbedingt die romantische Gruft mit Kerzenschein, um Weine längerfristig zu lagern.

Wein sollte dunkel und frei von Erschütterungen gelagert werden. Der Kühlschrank taugt also nicht zur Lagerung, denn hier erzeugt der Kompressor nicht gewünschte Vibrationen. Es gibt jedoch spezielle, vibrationsfreie Wein-Kühlschränke. Eine hohe Luftfeuchte ist zwar schlecht für die Etiketten, sorgt aber idealerweise dafür, dass der Korken nicht austrocknet. Die absolute Lagertemperatur ist nicht ganz so entscheidend. Wichtig ist, dass es nicht zu großen Temperaturschwankungen kommt. Temperaturen zwischen 10 und 16 °C sind ideal. Damit der Wein keine Frostschäden bekommt, sollte die Temperatur keinesfalls unter 0 °C anzeigen. Auch eine Temperatur über 35-40°C muss vermieden werden. Auch beim Kauf älterer Weine hängt die Qualität entscheidend davon ab, wie sie bisher gelagert wurden.

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Barrique

Freitag, den 29. Juni 2007

Ein Barrique ist ein 225 Liter Eichenholzfass. Während der Wein im Fass aus gebaut wird, werden die Tannine aus dem Holz gespült, machen den Wein haltbarer, geben ihm Struktur und auch ein gewisses Aroma. Der Weinmacher arbeitet mit der so genannten Erst-, Zweit-, und Dritt-Belegung. Nachdem ein Barrique-Fass drei Mal eingesetzt wurde, ist es ausgelaugt und für eine weitere Weinbereitung nicht mehr geeignet. Es gibt unterschiedliche Typen von Eiche, die unterschiedliche Aromen einbringen. Die am einfachsten zu identifizierende Eiche ist die Amerikanische, die leichte Vanillearomen hervorbringt.

Der Ausbau im Barrique erfordert viel Wissen, Erfahrung und Sorgfalt Je nach dem, welchen Weinstil der Winzer erzeugen will, wird er unterschiedlich mit dem Fass umgehen. Will er viel Tannin aus dem Holz im Wein haben wird er eine lange Erst-Belegung anwenden. Will er nur einen leichten Ton, dann wählt er vielleicht eine kurze Dritt-Belegung.

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Cuvée

Freitag, den 29. Juni 2007

Unter einem Cuvée-Wein versteht man die Komposition von Weinen unterschiedlicher Rebsorten. Die verschiedenen Rebsorten werden einzeln vinifiziert und zu fertigen Weinen verarbeitet und erst danach zum Cuvée verschnitten. Der Vorteil dieser Vorgehensweise gegenüber einem rebsortenreinen Wein ist die Aromenvielfalt. In den südlichen Weinbauländern Europas sind fast alle großen Weine Cuvées.

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Wein zum Essen (allgemeine Regel)

Freitag, den 29. Juni 2007

Den richtigen Wein zum Essen zu finden ist manchmal nicht so leicht. Aber gerade das Experimentieren macht ja Spaß und erlaubt ist, was Spaß macht. Damit man nicht absolut daneben liegt gibt es eigentlich nur eine allgemeine Regel:
Wein und Essen sollten auf einer Intensitätsebene sein. Ein kräftiges Essen verlangt nach einem kräftigen Wein. Feine Aromen im Essen brauchen einen schlankeren Wein. Wer hier nicht aufpasst, dem kann es passieren, dass der Wein das Essen „tot macht“ oder umgekehrt.

Ein paar kleine Tipps:
– Wenn Aromen im Wein sich auch im Essen wieder finden, dann ist die Chance einer harmonischen Einheit groß.
– Scharfe Gerichte und intensiv-fruchtige Weine passen oft gut zueinander.
– Fette Speisen brauchen eine knackige Säure im Wein.
– Süße Speisen und viel Alkohol im Wein, Dessert- und Likörweinen, vertragen sich gut.

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Farbe

Freitag, den 29. Juni 2007

Schon viel zu lange hält sich das Gerücht, dass ein Rotwein eine tief dunkle Farbe haben muß, um qualitativ anspruchvoll zu sein. Nicht wenige Winzer haben damit begonnen, ihre Weine zu färben, um sie besser verkaufen zu können. Schade eigentlich! In Wirklichkeit hat jede Rebsorte ihre ganz eigene Farbe. Es gibt helle Rotweinsorten die durchaus intensiv im Geschmack sein können aber einfach nicht so viele Farbstoffe in der Schale tragen. Wäre schön, wenn hier bald wieder ein wenig mehr Mut zur Wahrheit gelebt wird.

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Weinliteratur

Freitag, den 29. Juni 2007

Je weniger man sich zutraut, desto mehr läuft man Gefahr, sogenannten Propheten hinterherzulaufen. Es gibt keinen Weinkritiker, der meinen Geschmack hat und es gibt keinen Weinbuchschreiber, der meinen Geschmacksnerv zu 100 Prozent trifft. Trotzdem bieten die Weinpäpste Parker oder Johnson reichlich interessanten „Stoff“, wenn der Leser ihre Ausführungen differenziert aufnimmt.
Kein normaler Mensch kann täglich 50 Weine probieren. Und das müsste man eigentlich tun, um einen Überblick über die ganze Welt des Weines zu bekommen. Deshalb ist es hilfreich, wenn Weinkenner für uns an zahlreichen Verkostungen teilnehmen. Dass ein Wein im Preis steigt, nur weil Herr Parker ihm viele Punkte zuteilt, beurteile ich eher kritisch. Aber dass sich generell Weinkenner intensiv mit Wein beschäftigen und uns an ihrem Wissen teilhaben lassen, schätze ich sehr.
Es gibt zahlreiche Länder, in denen Wein angebaut wird, so viele Weinbauregionen, Weingüter und noch mehr Weinbau Geschichte, so dass sich immer ein Weinmacher findet, der noch tiefer in der Materie steckt. Schön, wenn ich daran teilhaben kann.
Weinliteratur, welcher Art auch immer, kann Hintergrundwissen vermitteln; aber sie kann mir nicht sagen, was mir persönlich schmeckt oder mir besonders gut tut.

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Depot

Freitag, den 29. Juni 2007

Als Depot bezeichnet man Schwebstoffe im Wein, die sich in der Flasche absetzen. Auch wenn viele Weintrinker glauben, dass es sich hierbei um einen Fehler im Wein handelt, kann ich sie beruhigen: Weine mit Depot sind eher gute Weine, da sie nicht so stark gefiltert wurden. Das Depot trägt wesentlich zur Aromagebung bei. Und sobald der Wein ein Depot aufweist, ist damit auch schon der Anfang seiner Trinkreife erreicht.

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