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Dekantieren

Freitag, den 29. Juni 2007

Unter Dekantieren versteht man das Umschütten eines Weines aus der Flasche in eine Karaffe.
Hierbei sollen mögliche Schwebstoffe, das so genannte Depot, vom Wein getrennt werden, indem man sie in der Flasche zurück lässt. Die meisten Weine der heutigen Zeit sind jedoch so gefiltert, dass sie kein Depot mehr bilden. Das ist bedauerlich, da auf diese Weise diverse Aromastoffe im Filter hängen bleiben.
Außerdem kommt der Wein beim Dekantieren großflächig mit Sauerstoff in Berührung, wodurch Gerbsäure abgebaut wird. Dieser Abbau von Gerbsäure findet zwar auch in der Flasche statt, aber viel langsamer. Gerbsäure, auch Tannine genannt, macht den Wein haltbar und lagerfähig. Im Laufe der Zeit wird die Gerbsäure durch den Einfluss von Sauerstoff abgebaut. Zu viel Gerbsäure ist, je nach individuellem Geschmack, unangenehm; sie erzeugt ein pelziges Gefühl auf der Zunge und überdeckt fruchtige Aromen. Ist die Gerbsäure komplett abgebaut, wird der Wein schlapp und langweilig. Es gibt also eine Phase im Leben eines Weines in der die Menge an Gerbsäure ideal ist. Meistens trinken wir die guten Weine zu früh und somit hilft es, sie in einer Karaffe zu belüften, um auf diese Weise ihre Alterung zu beschleunigen und die perfekte Trinkreife zu erlangen. Ist ein Wein schon an seinem Zenit, dann kann Belüften ihn kaputt machen. Es gibt keine allgemeine Regel die besagt, dass Rotwein immer in eine Karaffe sollte. Sehr junge Weine jedoch sollten belüftet werden. Ob ein Wein sehr jung ist erfahren wir entweder von unserem Weinhändler oder schmecken es an den noch zu intensiven Tanninen.

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